Donnerstag, 19. März 2015

Wie Klein-Pinsel zum Metal kam




 
Musik ist mein Leben. Wenn ich die Wahl zwischen Taubheit und Blindheit hätte, würde ich die Blindheit wählen. Denn ohne die süßen Klänge von Disturbed, Dope und Co. ginge es nicht. Doch wie komme ich dazu, meine Ohren mit düsteren Tönen zu verwöhnen?

Musikalisch gesehen war ich eine Spätzünderin. Mit zarten 17 Jahren lernte ich einen Mann kennen, der im Auto stets einen Song laufen hatte. Er (der Song) wollte mir partout nicht mehr aus dem Kopf gehen.  „Schau die Feuer, hör die Trommeln und ergib dich diese Nacht…“ Der Herr auf dem Fahrersitz war kein großer Redner, und ich verpasste es jedes Mal zu fragen, wie der Song oder die Band denn heiße. Also googlete ich, was das Zeug hielt. Dank Youtube fand ich am Ende tatsächlich heraus, dass es sich um „Die Schlacht“ von Subway to Sally handelte. In der Folgezeit lief bei mir im Zimmer nichts anderes. Man sollte meinen, dass die erste CD, die ich mir im schwarzen Bereich kaufte, Subway To Sally gewesen wäre. Doch dem war nicht so. 


Ich befand mich im einzigen, sehr gut sortierten Musik-Geschäft in meiner Heimatstadt. Da ich bereits seit einiger Zeit schwarz trug, weil es sich richtig anfühlte, wollte ich auch meine Musikerfahrung in diese Richtung erweitern. Ich hatte keine Freunde, die mir Tipps hätten geben können. Also suchte ich nach einer CD, die mich ansprach. Vielleich sogar von einer Band, deren Namen ich schon einmal gehört hatte. Mein Blick fiel auf die „Vol. 3 Subliminal Verses“ von Slipknot. Sie wurde meine erste eigens gekaufte CD im schwarzen Bereich. Ich habe sie damals rauf und runter gehört. Ich weiß noch, dass es Sommer war. Und immer, wenn ich im Garten im Liegestuhl bei meinen Eltern lag und die CD im Ohr hatte, bin ich darüber eingeschlafen. Sie hat so wunderbar entspannt. Und so entwickelte sich mein musikalischer Werdegang Stück für Stück. Ein schwarzes Bandshirt, eine neue schwarze Hose. Die rosa Blusen im Kleiderschrank mussten weichen. Und ja, ich habe mir auch die „Herzblut“ und „Engelskrieger“ von Subway to Sally gekauft und hatte mein Pionierstück somit auf Platte.  

Anfangs hatte ich kaum Musikerfahrung, schon gar nicht im Metal-Bereich. Doch mit den Jahren kamen neue Bekannte hinzu, die zu Freunden wurden. Man tauschte sich aus, informierte sich gegenseitig über neue Bands und zeigte dem anderen, worauf man selbst stand. Es ist ein unheimlich geiles Gefühl, eine neue Band zu entdecken, die einem gefällt. Es ist wie in dem Song: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben…“  Nur mit Musik.

Inzwischen behaupte ich, dass ich mich im Metal-Bereich einigermaßen gut auskenne. Ich bin nicht mehr in der Position, von anderen lernen zu müssen, sondern kann auch anderen Tipps geben und Künstler empfehlen. Seit April letzten Jahres bin ich Leadsängerin und Frontfrau einer Powermetal-Band. Ich erfuhr dadurch einen Perspektiv-Wechsel. Nun höre ich nicht nur Musik, sondern mache sie auch. Beide Bereiche ergänzen sich auf wundervolle Weise. 
Metal durchdringt somit den Alltag. Er beeinflusst Kleidung, Freunde, die Wahl der Location zum Feiern und die Freizeitgestaltung. Und das alles freiwillig. Inzwischen zähle ich Disturbed, Dope, die Murderdolls, Megaherz, Rammstein, Slipknot, Sabaton, Steel Panther, ACDC, Airbourne, Arch Enemy, Five Finger Death Punch, Gotthard, Manson, Motorjesus, Nightwish, Rob Zombie, Alter Bridge, Devils Train, Texas Hippie Coalition und so viele mehr, die mir gerade nicht einfallen, zu den Säulen meines Lebens. Musik beeinflusst alles. Und vor allem das eigene Wohlbefinden. Musik ist nun mal mein Leben.

1 Kommentar:

  1. Du hattest mal rosa Blusen? ROSA? :D Oder war das nur eine Metapher?
    Liebe Grüße
    Nina

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