Montag, 2. Februar 2015

Masken


Fotografen reagieren immer ganz schnell beleidigt, wenn man zu ihnen sagt: „Das hast du aber schön
geknipst!“
Geknipst bedeutet in den Ohren eines Fotografen: Auslöser gedrückt, Fertig, Photoshop. Ein richtig gutes Foto bedarf aber mehr als nur den Auslöser zu betätigen und den Rest mit Photoshop gerade rücken. Ich will keinesfalls abstreiten, dass es auch wunderschöne Schnappschüsse gibt, aber diese sind meist eher Glück, den richtigen Moment abgepasst, und haben weniger mit der Arbeit eines Fotografen zu tun.

Bei meinen Bildern mache ich mir Gedanken ums Licht, wie die Person, das Tier oder die Landschaft am besten aussehen würde und dann wird losgelegt. Das sind oft standardisierte Gedanken im Kopf, die losrattern und abgearbeitet werden. Und schon ist das Bild im Kasten, das Model zufrieden, mit Fotografie hat es nur technisch gesehen etwas zu tun. Da steckt dann aber keine Leidenschaft dahinter, die Kunst mit Bildern etwas Unausgesprochenes ausdrücken zu können. Masken haben mich schon immer fasziniert. In vielen Bereichen des Lebens setzt man eine Maske auf und manchmal vergisst man diese auch wieder abzunehmen.
Nach langem Suchen und Planen und Nachdenken, habe ich nun ein Thema, das mich schon lange beschäftigt in die Tat umgesetzt. Masken können vielerlei Geschichten haben und für diese Geschichte eine eigene Bildsprache zu finden ist mein Ziel. Natürlich soll die Ästhetik auch nicht zu kurz kommen. Mein Model meinte heute zu mir: „Mit einer Maske sieht jeder Mensch schön aus. Nicht falsch verstehen. Nicht, dass er vorher hässlich gewesen wäre, aber Masken machen einen gewissen Reiz aus.“


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen